Editorial


Die Doppelausgabe 1997 der ZfHS setzt den Schwerpunkt auf die Praxis: sowohl der analytischen Sozialforschung als auch der humanistischen Psychotherapie. Die Beiträge dieses Heftes bemühen sich darum, einen Bogen von theoretischen - methodologischen sowie ethischen - Grundsätzen zu ihrer konkreten Realisierung zu schaffen:


Humanismus in der Therapie, mit diesem Thema beschäftigt sich Helmut Johach im ersten Beitrag der ZfHS 1/2 1997. Zunächst werden die philosophischen Prämissen des "globalen Humanismus" erläutert, in einem zweiten Schritt Grundlinien humanistischer Anthropologie im Hinblick auf Psychologie und Therapie nachgezogen und zuletzt analog dazu praxisbezogene Interaktionspostulate für den Therapeuten im Umgang mit seinen Klienten aufgestellt.


Methode und Technik tiefenhermeneutischer Interviewauswertung lautet der zweite Beitrag dieses Heftes. Neben einem Vergleich der psychoanalytischen Anwendungsfelder Therapie und Sozialforschung sowie einer Auseinandersetzung mit der Tiefenhermeneutik bei Volmerg/Leithäuser und Erich Fromm bilden auch hier konkrete Verfahrens- und Interpretationsregeln tiefenhermeneutischer Auswertung einen zentralen Bestandteil der Arbeit.


Im Anschluß daran illustriert ein vollständiges Interview nebst einem umfangreichen Auswertungsprotokoll die Praxis der tiefenhermeneutischen Methode. Das Interview und Auswertungsprotokoll "Sandra" gibt einen Einblick in die Anwendung der wichtigsten Verfahrens- und Interpretationsregeln, die im vergangenen Aufsatz beschrieben wurden.


Den Abschluß der Ausgabe 1997 bildet ein Text von Ute Hinkeldein, die sich gemeinsam mit Veit Voigt mehrfach an der Auswertung der Interviews im Rahmen der Studentenuntersuchung beteiligt hatte. Sie schildert darin ihre Eindrücke zur Konzeption und zu den Ergebnissen der Studie.


Emkum, den 31.Dezember 1997
Jan M. Böhm und Claudia Hoock