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Der für dieses Jahr geplante Band von kontrapunkt ist unter dem Titel Karl Poppers kritischer Rationalismus heute - Zur Aktualität kritisch-rationaler Wissenschaftstheorie beim Verlag Mohr Siebeck erschienen. Er kann über den regulären Buchhandel bezogen werden.
Kontrapunkt, das Jahrbuch für kritische Sozialwissenschaft und Philosophie, bildet die Fortsetzung der 1996 gegründeten Zeitschrift für Humanistische Sozialwissenschaft (ZfHS). Mit dem Ziel, die Positionen einer kritisch-rationalen Wissenschaftstheorie für die Forschungspraxis fruchtbar zu machen, widmet sich das Jahrbuch Fragen sozialwissenschaftlicher Methodologie und humanistischer Gesellschaftskritik. Dabei soll eine Verbindung zwischen intersubjektiver Erkenntnis und emanzipatorischem Engagement hergestellt werden.
Hauptanliegen von kontrapunkt ist es, verstärkt die argumentative Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Strömungen der gegenwärtigen Sozialwissenschaft und Philosophie zu fördern. Im Zentrum der in den vergangenen Ausgaben der ZfHS geführten Kontroversen standen das "interpretative Paradigma" der qualitativen Sozialforschung, die analytische Sozialpsychologie Erich Fromms, die philosophische Hermeneutik, wie sie Martin Heidegger und Hans-Georg Gadamer geprägt haben, und die sogenannte objektive Hermeneutik Ulrich Oevermanns. Ausgehend von der durch Karl Popper begründeten Wissenschaftstheorie des kritischen Rationalismus wurde der Versuch unternommen, eine regelgeleitete Methode der Textinterpretation zu entwickeln.
Das neue Konzept eines Jahrbuchs bietet die Möglichkeit, in jedem Band einen thematischen Schwerpunkt zu behandeln. Dies soll gewährleisten, daß die einzelnen Beiträge untereinander, stärker als bisher, einen inhaltlichen Zusammenhang aufweisen. Ausdrücklich erwünscht ist ein Pluralismus der vertretenen Positionen, mehr noch: die kritische Diskussion zwischen Verfechtern unterschiedlicher Auffassungen. Ganz im Gegensatz zu der heute allgemein verbreiteten "Konsensus-Euphorie" (Hans Albert) sollen Divergenzen transparent gemacht und offen ausgetragen werden. Denn nicht das weithin praktizierte "Sowohl-Als-auch", sondern die Auslese haltbarer Ansichten durch ungehemmten Meinungsstreit bringt uns auf der Suche nach der Wahrheit voran. In diesem Sinne versteht sich kontrapunkt als ein Forum für ausführliche argumentative Auseinandersetzungen - jenseits diplomatischer Zurückhaltung und akademischer Konzilianz.
kontrapunkt.
Jahrbuch für kritische Sozialwissenschaft und Philosophie
Herausgeber: Claudia Hoock und Jan M. Böhm, Mitherausgeber: Heiko Holweg
Postfach 10 03 13, 48052 Münster
ISSN 1617-1926
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Die Autoren Jan M. Böhm und Claudia Hoock erhielten für ihr Buch den Internationalen Erich-Fromm-Preis 1999 der Stiftung
Psychosomatik und Sozialmedizin (Ascona) und der Internationalen Erich-Fromm-Gesellschaft (Tübingen). |
copyright © 2000-2002 Jan M. Böhm, Claudia Hoock, Heiko Holweg, Corinna Viergutz